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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

Current Projects

„Soziale Konflikte und Konfliktmanagementstrategien bei der Entwicklung von Innovationen in den Lebenswissenschaften“ Eine kulturvergleichende Studie in Deutschland, Indien und China

Nach dem erfolgreichen Abschluss unseres Projekts „Soziale Konflikte und Konfliktmanagementstrategien bei der Entwicklung von Innovationen in der Gentechnologie“ sind alle Voraussetzungen für eine interkulturelle Vergleichsstudie geschaffen.

Ziel der Analyse war es, die Genese von Innovationen in der wissenschaftlichen Forschung und bei der Umsetzung in neue Produkte oder Verfahren zu analysieren. Diese Prozesse wurden auf dem Gebiet der Gentechnologie untersucht. Unsere Analyse von 50 Interviews und einer Fragebogenerhebung bei 150 Forschern aus Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten auf dem Gebiet der Gentechnologie zeigte, dass intensive Konflikte einen deutlichen Einfluss auf den Verlauf von Innovationsprojekten hatten.

Unsere kulturvergleichenden Studien über Konfliktmanagementstrategien bei Forschern in der IT-Forschung in Indien und China ergaben unterschiedliche Favorisierungen von Konfliktmanagementstrategien in diesen unterschiedlichen Kulturen. Bei den deutschen IT-Forschern konnten wir im Vergleich zu den indischen Spezialisten eine größere Tendenz zum dominanten Konflikthandhabungsstil und bei den Indern eine Bevorzugung des vermeidenden Stils feststellen. Im Gegensatz zu Befunden aus der Fachliteratur konnten wir bei den chinesischen IT-Forschern eher eine Annäherung an den Konflikthandhabungsstil der deutschen Forscher feststellen.

Auf der von uns organisierten Konferenz der „International Society for The Psychologe of Science &Technology“ und dem Weltkongress für Psychologie im Juli dieses Jahres fanden unsere Untersuchungsergebnisse großes Interesse, und es zeichnet sich die Möglichkeit eines bisher einmaligen interkulturellen Vergleichs auf dem Gebiet der Genese von Innovationen in der Gentechnologie ab. Wir konnten bereits die entsprechenden Kontakte zu chinesischen und indischen Forschern knüpfen. Unser langjähriger Kooperationspartner Prof. Yongfang Liu, Department of Psychology, East China Normal University, Shanghai und seine Doktorandin Xuemei Fang sind an einer Vergleichsstudie in China interessiert.

Weitere Kooperationspartner sind Prof. Lei Wang und seine Doktorandin Han Ying, von der Peking University. Da sie schon die entsprechenden Analysen zu Konflikthandhabungsstilen von IT Spezialisten in China durchgeführt haben, besitzen sie die besten Voraussetzungen für unsere vergleichende Studie.

Unsere Indische Partnerin Purnima Singh arbeitet in dem international anerkannten „Indian Institut of Technology Delhi“ und verfügt über optimale Möglichkeiten die entsprechende Gentechnologie-Untersuchungspopulation zu gewinnen.

Unterstützung erwarten wir auf Seiten der Industrie vom VBU, Verband der deutschen Biotech-Unternehmen, und von Biotop, die über die erfolgreiche Entwicklung der Gentechnologie in China und Möglichkeiten der Zusammenarbeit bereits publizierten.

Zielstellungen

Kulturvergleich zwischen Deutschland, China und Indien in Bezug auf folgende Dimensionen:

(1) die Untersuchung unterschiedlicher Konflikte und Konflikthandhabungsstile und ihre Bedeutung für Innovations­pro­zesse;

(2) entsprechende Analysen in unterschiedlichen Organisationen des Innovationsprozesses, d. h. in wissenschaftlichen Forschungsinstituten, in Spin-off/Start-ups und in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in etablierten Unternehmen.

Ergebnisse:

Wir erwarten folgenden Erkenntnisgewinn:

Erkenntnisse über wichtige Konflikte und die Spezifik der Konflikthandhabungsstile von Forschern auf dem Gebiet der Gentechnologie, die in unterschiedlichen Kulturen arbeiten.

Ein tieferes Verständnis über den Zusammenhang von Konflikthandhabungsstilen und Innovationserfolg in der Gentechnologie in unterschiedlichen Kulturen.

Erkenntnisse über produktive und hemmende Faktoren bei der Entwicklung von Innovationen in den unterschiedlichen Ländern.

Aufschluss über das Konfliktmanagement bei der Entwicklung von Innovationen in den unterschiedlichen Kulturen.

Es werden fundierte Erkenntnisse über Chancen und Risiken der Kooperation von deutschen, indischen und chinesischen Forschern auf dem Gebiet der Gentechnologie bereitgestellt.

Entwicklung und Durchführung von Trainingsprogrammen für die konstruktive Bearbeitung von Konflikten zwischen chinesischen, indischen und deutschen Spezialisten, die in Instituten und Unternehmen miteinander kooperieren sollen.

Da sich unser Projekt vor allem mit psychologischen Aspekten der Entwicklung von Innovationen in Hochtechnologien beschäftigt, werden Grundlagenerkenntnisse für die zukünftige Organisation der Forschung und Entwicklung, sowie Hinweise für die Wissenschafts- und Technologiepolitik gewonnen.

 

 Mediation im Wissenschaftssystem

 Mediation als Konzept zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten hat sich inzwischen in vielen Organisationen bewährt. Forschungsinstitute, Universitäten und ihre Leitungsgremien zeichnen sich jedoch im Einsatz von Mediation durch große Zurückhaltung aus. Andererseits zeigen unsere Untersuchungen zu Konflikten bei der Entwicklung von wissenschaftlichen Neuerungen und Innovationen, dass neue Ideen und Erfolg versprechende Forschungsansätze häufig durch Vorgesetzte behindert bzw. unterdrückt werden. In den seltensten Fällen wird in diesen Konfliktsituationen Mediation eingesetzt. Neben diesen Einsatzmöglichkeiten von Mediation hebt Montada die Möglichkeiten der konstruktiven Bearbeitung von Konflikten durch Mediation im Bereich der Evaluation durch Peers hervor: bei Publikationen, Projektanträgen, Preisen und Verteilung von Ressourcen.

Unser Forschungsinteresse liegt in der Beantwortung der Frage: Wie kann die Kultur der Mediation im Wissenschaftssystem entwickelt werden? Daher bauen wir unser Mediationskonzept für Konflikte im Wissenschaftssystem weiter aus und sind dabei, die Anwendungsinseln zu erweitern.

 

Angewandte Projekte zum Interkulturellen Konfliktmanagement

 

Arbeiten im Weltlabor

Kulturelle Vielfalt ermöglicht einen Leistungsvorteil

Interkulturelle Workshops, Beratung und Supervision für Fach-und Führungskräfte aus der Forschung und Entwicklung

 

Innovationspotential von Konflikten fördern

Seminare für Teams aus der Forschung und Entwicklung