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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

Macht- und Einflussprozesse

Macht- und Einflussprozesse werden in ihrer gesamten Breite studiert. Dabei wird der Machtbegriff definiert als Einwirkung gegen die Interessen des/r Anderen, während Einfluss nicht deren Interessen verletzt. In quasi-experimentellen Designs werden Versuchspersonen gebeten, aus ihrem Alltag Macht- und Einfluss-Episoden zu schildern, als Akteure und als Betroffene. Machtprozesse unterscheiden sich ganz erheblich von Einflussprozessen: sie ziehen negative emotionale Reaktionen nach sich, lösen Reaktanz und/oder Hilflosigkeitserlebnisse aus, gefährden die Beziehung und beeinträchtigen den Wissenszuwachs, der durch intensive Kommunikation möglich wäre. Im Zentrum laufender Arbeiten dazu steht die Frage nach Reaktionen auf Macht und Einfluss in Organisationen sowie die experimentelle Untersuchung der Auswirkung von Macht und Einfluss auf den Wissenszuwachs.

Ein neues Forschungsgebiet besteht in der Untersuchung von Bedingungen und Folgen manipulativen Handelns. Unter Manipulation wird dabei eine verdeckte Machtausübung verstanden, d. h. eine Einwirkung auf Andere, die scheinbar im Einklang mit den Interessen des Anderen ist und dabei entweder wie Einfluss (im Sinne der obigen Definition) aussieht oder überhaupt nicht bemerkbar ist.

Literatur:

  • Scholl, W. (2007). Einfluss nehmen und Einsicht gewinnen – gegen die Verführung der Macht. Wirtschaftspsychologie aktuell, 14 (4), 15-22.
  • Scholl, W. (2007). Das Janus-Gesicht der Macht. Persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen Rücksicht nehmender versus rücksichtsloser Einwirkung auf andere. In B. Simon (Hrsg.), Macht: Zwischen aktiver Gestaltung und Missbrauch (S. 27-46). Göttingen: Hogrefe.
  • Scholl, W. (2004). Innovation und Information. Wie in Unternehmen neues Wissen produziert wird (Unter Mitarbeit von Lutz Hoffmann und Hans-Christof Gierschner). Göttingen: Hogrefe. (Innovation and information. How enterprises produce new knowledge)
  • Klocke, U. (2004). Folgen von Machtausübung und Einflussnahme für Wissenszuwachs und Effektivität in Kleingruppen. Doktorarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Psychologie. Berlin: Dissertation.de.
  • Klocke, U. (2004). Effects of power on team processes and performance: Does the way in which power is used make a difference? Paper for the 8th International Workshop on Teamworking (IWOT 8), 16. -17.09.2004, Trier.
  • Scholl, W. (2001). Effects of promotive and restrictive control on economic performance. In F. Butera & G. Mugny (Eds.), Social influence in social reality. Promoting individual and social change (pp. 75-86). Seattle et al.: Hogrefe & Huber.
  • Scholl, W. (1999). Restrictive control and information pathologies in organizations. Journal of Social Issues, 55, 101-118.
  • Buschmeier, U. (1995). Macht und Einfluss in Organisationen. Göttingen: Cuvillier.
  • Scholl, W. (1994). Conceptually differentiating power and influence through the Interpersonal Power Inventory. Paper, presented at the 23rd International Congress of Applied Psychology, July 17 - 22, 1994, Madrid, Spain.
  • Scholl, W. (1992). Politische Prozesse in Organisationen. In E. Frese (Hrsg.), Handwörterbuch der Organisation (3. Aufl.) (Sp. 1993-2004). Stuttgart: Poeschel.
  • Scholl, W. (1992). The social production of knowledge. In M.v. Cranach, W. Doise & G. Mugny (Eds.), Social representations and the social bases of knowledge (pp. 37-42). Bern: Huber.