Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

Figurales Schlussfolgern

 

english version below


Figurales Schlussfolgern beschreibt die Fähigkeit, die zugrundeliegenden Regeln und Prinzipien in der Anordnung von Figuren und Formen zu erkennen und anzuwenden. 


Instruktionen und Beispielaufgabe


In diesem Testteil werden Ihnen pro Aufgabe neun Zellen dargeboten, in denen sich verschiedene Figuren und Muster befinden können. Sowohl über die Zeilen hinweg als auch über die Spalten hinweg oder über die Zeilen und Spalten hinweg folgen die Figuren bestimmten Regeln. In der dritten Zeile und Spalte (Position des Fragezeichens) fehlt ein Quadrat. Ihre Aufgabe ist es, zu erkennen, welche der sechs Antwortmöglichkeiten auf der rechten Seite die richtige Ergänzung zu den anderen acht Quadraten bildet. Bitte beachten sie, dass pro Aufgabe immer genau eine Lösung richtig ist. 
Bitte markieren Sie dafür den Buchstaben der korrekten Figur in den Antwortoptionen darunter.

 

Beispiel:

Beispiel Gf Figural

 

  1. (A)
  2. (B)
  3. (C)
  4. (D) 
  5. (E)

 

Die korrekte Lösung ist (D). In der dritten Zeile befindet sich in der Mitte immer das Raute-Symbol und in der dritten Spalte sind die Streifen stets horizontal. Die einzig korrekte Lösung, bei der sowohl die Regel für die Zeile als auch die Spalte erfüllt ist, stellt (D) dar.


Eine Regel kann immer von Zelle zu Zelle erfolgen, sowohl innerhalb einer Zeile (z.B. in Zeile 1 immer ein Kreis) als auch innerhalb einer Spalte (z.B. in Spalte 2 keine Linien im Hintergrund). 


Folgende Regeln können auftreten:

Austausch: Ein Element wird durch ein anderes ausgetauscht.

Beispiel: In der ersten Zelle ist ein Kreis. Dieser Kreis wird in der zweiten Zelle durch ein Dreieck ersetzt. In der dritten Zelle bleibt das Dreieck bestehen und wird nicht ersetzt.

Figural 1


Schattierung: Ein Element wird schattiert/ausgefüllt oder ist nicht mehr schattiert/ausgefüllt.

Beispiel: In der ersten Zelle ist ein nicht ausgefülltes Quadrat. In der zweiten Zelle wird dieses Quadrat ausgefüllt/schattiert. In der dritten Zelle ist das  Quadrat nicht mehr schattiert/ausgefüllt. 

Figural 2


Rotation: Ein Element dreht sich oder rotiert. Dabei kann das Element im oder gegen den Uhrzeigersinn rotieren. Eine Rotation kann entweder um 45° oder um 90° geschehen. 

Beispiel: In der ersten Zelle ganz links befindet sich die Figur in der Ausgangssituation (= die abgeschnittene Ecke ist oben rechts). In der zweiten Zelle ist die Figur 1x um 90° im Uhrzeigersinn gedreht (= abgeschnittene Ecke ist unten rechts). In der dritten Zelle ist die Figur 1x  um 45° gegen den Uhrzeigersinn gedreht (= abgeschnittene Ecke ist rechts mittig). Alternativ kann man auch argumentieren, dass sich die Figur in der zweiten Zelle 3x 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht hat und in der dritten Zelle 7x um 45° im Uhrzeigersinn. 
 

Figural 3

 

Bewegen: Ein Element bewegt sich eine halbe, eine oder mehrere Positionen im oder gegen den Uhrzeigersinn. 

Beispiel: In der ersten Zelle befindet sich das Symbol bzw. der schwarze Kreis in der Ausgangssituation (= in der Mitte der oberen Außenkante). In der zweiten Zelle hat sich der schwarze Kreis eine Position im Uhrzeigersinn (oder 3 Positionen gegen den Uhrzeigersinn) bewegt und befindet sich nun in der Mitte der rechten Außenkante. In der dritten Zelle hat sich der schwarze Kreis eine halbe Position gegen den Uhrzeigersinn (oder 7 halbe  Positionen im Uhrzeigersinn) bewegt und befindet sich nun in der Ecke rechts oben.
 

Figural 4


Veränderung der Größe: Ein Symbol verändert von einer Zelle in die nächste seine Größe - es wird größer oder kleiner.

Beispiel: In der ersten Zelle befindet sich ein großes Dreieck und ein kleiner Kreis. In der zweiten Zelle hat das Dreieck die Größe verändert bzw. ist kleiner geworden, der Kreis hat seine Größe beibehalten. In der dritten Zelle hat der Kreis seine Größe verändert bzw. ist größer geworden, das Dreieck hat seine Größe nicht verändert.


Figural 5


Hinzunehmen/Entfernen: Ein Symbol wird von einer Zelle in die nächste Zelle hinzugenommen oder es wird entfernt.

Beispiel: In der ersten Zelle befindet sich ein großer Kreis und eine Raute darin. In der zweiten Zelle ist ein kleines Dreieck unten rechts hinzu gekommen. In der dritten Zelle ist die schwarze Raute entfernt worden.


Spiegeln: Ein oder mehrere Objekte werden an einer Achse gespiegelt. Die Spiegel-Achse kann vertikal (von oben nach unten), horizontal (von links nach rechts) oder diagonal (von einer Ecke in die andere) verlaufen. 

Beispiel: In der ersten Zelle ist ein Dreieck um 45° geneigt. In der zweite Zelle entspricht der erstene Zelle, wenn man sie an einer vertikalen Achse in der Mitte spiegelt. Die dritte Zelle entspricht der zweiten Zelle. 


Figural 7
 

Vollständigkeit: In einer Zeile/Spalte müssen bestimmte Symbole in einer Kombination vorkommen.

Beispiel: In jeder Zeile sind zwei helle Kreise und ein dunkler Kreis.


Figural 8
 

Einzelkomponenten vs. Schnittmenge: Die dritte Zelle bildet entweder die Schnittmenge der gemeinsamen Symbole ODER die unterschiedlichen Symbole der beiden vorherigen Zellen ab. 

Beispiel: Die dritte Zelle bildet das unterscheidende Symbol der ersten beiden Zellen ab (= die Einzelkomponente, die nur in einer der beiden Zellen vorhanden ist). 


Figural 9

 



Figural reasoning


Figural reasoning describes the ability to recognize and apply underlying rules and principles in the arrangement of figures and shapes. 


For German instructions see above