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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

DIKST (Deutsches Institut für Kognitive Stimulationstherapie)

Kognitive Stimulationstherapie (KST) ist eine wissenschaftlich geprüfte Gruppentherapie für Personen mit Demenz. Sie wirkt durch intensive Anregung der Verschlechterung von Gedächtnisleistungen und anderen kognitiven Funktionen entgegen. Das Deutsche Institut für Kognitive Stimulationstherapie ist als Kooperationspartner des International CST Centre London (Prof. Aimee Spector) das Kompetenzentrum für Training, Qualitätssicherung und Dissemination der KST in Deutschland.

Kognitive Stimulationstherapie

Kognitive Stimulationstherapie (KST) ist eine wissenschaftlich geprüfte Gruppentherapie für Personen mit Demenz. Sie wirkt durch intensive Anregung der Verschlechterung von Gedächtnisleistungen und anderen kognitiven Funktionen entgegen. In der aktuellen S3-Leitlinie „Demenzen“ (DGN, 2016) wird die KST für Personen mit leichter bis mittelgradiger Demenz empfohlen.

 

Näheres zur Kognitiven Stimulationstherapie

Die Kognitive Stimulationstherapie wurde von Aimee Spector und Kollegen (2003) am University College London entwickelt.

Der Therapieansatz basiert auf einem von Spector und Kollegen (2001) durchgeführten, breiten Überblick über Forschungsarbeiten zu kognitiv wirksamen psychosozialen Behandlungsmethoden.

Die Kognitive Stimulationstherapie besteht aus einem Basisprogramm mit 14 Sitzungen (Spector et al., 2006) und einem Aufbauprogramm mit 24 Sitzungen (Aguirre et al., 2012). Mehrere randomisiert-kontrollierte Studien wiesen die Wirksamkeit beider Programme bezüglich kognitiver Leistungen nach (Spector et al., 2003; Orrell et al., 2014). Bereits 2006 wurde der Basiskurs von den britischen NICE-SCIE-Richtlinien für Patienten mit leichter bis mittelgradiger Demenz empfohlen, unabhängig von der pharmakologischen Behandlung.

 

Der Stimulationsansatz

Die KST basiert auf Forschungsbefunden, die belegen, dass im Alter und bei Patienten mit Demenz ein zunehmender Mangel an kognitiver Anregung besteht. Dieser beschleunigt den kognitiven Abbau (Breuil 1994; Small 2002). Der Stimulationsansatz hat zum Ziel, diesem Prozess durch Erhöhung der kognitiven Stimulation entgegenzuwirken durch Beteiligung an Aktivitäten und Diskussionen im Gruppensetting (Clare et al., 2004).

Ähnlich wie bei Medikamenten („Antidementiva“), die für die Alzheimerkrankheit zugelassen sind, wird eine generell erhöhte Aktivierung angestrebt, jedoch auf anderem Weg. Antidementiva erhöhen die Verfügbarkeit von Neurotransmittern auf pharmakologischem Weg. Die KST strebt an, die Neurotransmission durch Anregung eigener körperlicher und geistiger Aktivität zu erhöhen. Hierfür gibt es bestimmte Voraussetzungen:

  • Therapeuten wenden Interventionstechniken an, die selbstinitiierte kognitive und motorische Aktivitäten der Patienten anregen. Diese Aktivitäten sollen als angenehm empfunden werden und das Selbstbewusstsein stärken.
  • Patienten steigen mit einem intensiven 14-stündigen Basiskurs ein, der zwei Sitzungen pro Woche umfasst. Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass sich bei einem solchen intensiven Einstieg optimale kognitive Verbesserungen zeigen. Danach wird die erreichte Verbesserung im Aufbaukurs über 6 Monate einmal wöchentlich stabilisiert.

 

Therapiemanual

Am Deutschen Institut für Kognitive Stimulationstherapie (DIKST) wurden die englischsprachigen Manuale für den Basis – und Aufbaukurs auf deutsch übersetzt, gemäß der Richtlinien des Internationalen KST-Zentrums adaptiert (Aguirre 2014). Die Rückübersetzung des Manuals wurde von den Autoren des englischsprachigen Manuals autorisiert. Das Manual enthält gegenüber dem Original eine Fülle von zusätzlichen Arbeitsmaterialien, die auch online zugänglich sind.

Zur kulturellen Anpassung der Kognitiven Stimulationstherapie wurde das Manual mit Gruppen im ambulanten und stationären Setting erprobt. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie werden in Kürze veröffentlicht (Schaubs-Schmidt & Werheid, 2018; Werheid, Schaubs-Schmidt, Aguirre & Spector, in press).

Weitere Informationen unter www.dikst.de