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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

Forschungsthemen


 

Wir verfolgen vier Untersuchungsparadigmen.

 

Veränderungen am Ende des Lebens

Erstens konzentrieren wir uns auf Entwicklungsfragen am Ende des Lebens und untersuchen bspw. inwiefern das Wohlbefinden und andere Bereiche der Selbstregulation im sehr hohen Lebensalter durch krankheitsbezogene Prozesse und den herannahenden Tod beeinflusst sind.

 

Beispielpublikation:

Gerstorf, D., Ram, N., Lindenberger, U., & Smith, J. (2013). Age and time-to-death trajectories of change in indicators of cognitive, sensory, physical, health, social, and self-related functions. Developmental Psychology. doi: 10.1037/a0031340.

Gerstorf, D., Ram, N., Mayraz, G., *Hidajat, M., Lindenberger, U., Wagner, G. G., & Schupp, J. (2010). Late-life decline in well-being across adulthood in Germany, the United Kingdom, and the United States: Something is seriously wrong at the end of life. Psychology and Aging, 25, 477-485. DOI: 10.1037/a0017543.

 

 

Wechselbeziehungen zwischen Funktionsbereichen

Zweitens untersuchen wir Wechselbeziehungen zwischen zentralen psychologischen Funktionsbereichen, etwa welche durchaus dynamischen und multi-direktionalen Zusammenhänge zwischen Entwicklungsverläufen in Bereichen der kognitiven Leistungsfähigkeit, adaptiver Fähigkeiten und sozialer Integration bestehen.

 

Beispielpublikation:

Gerstorf, D., Röcke, C., & Lachman, M. E. (2011). Antecedent–consequent relations of perceived control to health and social support: longitudinal evidence for between-domain associations across adulthood. Journals of Gerontology: Psychological Sciences, 66B, 61–71. DOI: 10.1093/geronb/gbq077.

Gerstorf, D., Lövdén, M., Röcke, C., Smith, J., & Lindenberger, U. (2007). Well-being affects changes inperceptual speed in advanced old age: Longitudinal evidence for a dynamic link. Developmental Psychology, 43, 705-718.

 

 

Kontextuelle Einflüsse auf Entwicklung

Drittens untersuchen wir die kontextuelle Einbettung individueller Entwicklungsverläufe. Eine zentrale Analyseeinheit stellt hierbei das Ehepaar dar, inwiefern etwa individuelle Entwicklungsverläufe im Wohlbefinden eines Partners durch alters- oder morbiditäts-bezogene Entwicklungsverläufe des anderen Partners beeinflusst sind. Eine weitere wichtige Analyseeinheit sind regionale Umweltcharakteristika, bspw. inwiefern die Verfügbarkeit von ambulanten Pflegediensten zur Aufrechterhaltung des Wohlbefindens am Lebensende beiträgt.

 

Beispielpublikation:

Gerstorf, D., Windsor, T., Hoppmann, C. A., & Butterworth, P. (in press). Longitudinal change in spousal similarities in mental health: Between-couple and within-couple perspectives. Psychology and Aging.

Gerstorf, D., Ram, N., Goebel, J., Schupp, J., Lindenberger, U., & Wagner, G. G. (2010). Where people live and die makes a difference: Individual and geographic disparities in well-being progression at the end of life. Psychology and Aging. 25, 661-676. DOI: 10.1037/a0019574.

Gerstorf, D., Ram, N., Hoppmann, C. A., Willis, S. L., & Schaie, K. W. (2011). Cohort differences in cognitive aging and terminal decline in the Seattle Longitudinal Study. Developmental Psychology. 47, 1026-1041. DOI: 10.1037/a0023426.

 

 

Lebensalltag älterer Menschen

Viertens zoomen wir in das alltägliche Leben von älteren und hochaltrigen Menschen hinein und explorieren, wie diese die vielfältigen Herausforderungen im Lebensalltag meistern.

 

Beispielpublikation:

Hoppmann, C. A. & Gerstorf, D. (2013). Spousal goals, affect quality, and collaborative problem-solving: Evidence from a time-sampling study with older couples. Research in Human Development, 10, 70–87. DOI: 10.1080/15427609.2013.760260.

Ram, N., & Gerstorf, D. (2009). Time-structured and netintraindividual variability: Tools for examining the development of dynamiccharacteristics and processes. Psychology and Aging, 24, 778-791.

 

 

Forschungsmethoden


 

Um diesen Fragen nachzugehen, nutzen wir primär zwei Datenquellen.

 

Längsschnittliche Veränderungsmessung in nationalen Panelstudien

Zum einen wenden wir statistische Verfahren zur längsschnittlichen Veränderungsmessung (etwalatente Wachstumskurvenmodelle) auf Daten aus bestehenden großen nationalenPanelstudien an. Diese umfassen oftmals zehntausende TeilnehmerInnen, die alljährlich an Wiederholungsbefragungen teilnehmen – manche seit 30 Jahren. In Deutschland wäre dies bspw. das SozioOekonomische Panel (SOEP) oder die Berliner Altersstudien I und II (in den USA, die Health and Retirement Study; in Groß-Britannien, die British Household Panel Study, um nur einige Beispiele zu nennen). Viele dieser großen längsschnittlichen Studien kennzeichnen sich durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Psychologen, Soziologen, Ökonomen, Genetiker, Medizinern und Psychiatern, so dass zentrale Konstrukte aus allen diesen Bereichen zur Verfügung stehen und die jeweils im Fokus sich befindlichen Phänomene aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden können.

 

Links:

SozioOekonomische Panel, SOEP (Deutschland)

Berliner Altersstudien I und II, BASE (Deutschland)

Health and Retirement Study, HRS (USA)

British Household Panel Survey, BHPS (Großbritannien)

 

 

Situative Erfassung des täglichen Lebens

Zum anderen nutzen wir smartphones und tablet computers, um Einsichten in den Lebensalltag von älteren und hochaltrigen Menschen zu gewinnen. Derzeit läuft bspw. eine Studie bei der wir beide Partner von 70+-jährigen Ehepaaren für eine Woche jeweils mit einem iPad ausstatten und diese 7-mal täglich kontaktieren, um mehr über ihr momentanes Befinden, ihre Aktivitäten und Herausforderungen, ihr Stresserleben und ihren gemeinsamen Lebenskontext zu erfahren. Zeitgleich erheben wir physiologische Indikatoren wie Kortisol, um näher zu beleuchten, ob und inwiefern subjektives Stresserleben mit physiologischer Reaktivität einhergeht.

 

Außerdem arbeiten wir derzeit an der Zusammenstellung mehrerer Drittmittelprojekte, um diese beiden Forschungstraditionen miteinander zu verknüpfen. So befinden wir unsgerade in intensiven Verhandlungen mit dem SOEP (am DIW Berlin), um für eine Substichprobe ihrer seit 1984 einmal jährlich stattfindenden Befragung von derzeit ca. 14,000 deutschen Haushalten ein Modul einzubetten, welches uns erlaubt, das alltägliche Leben über eine ganze Woche en detail verfolgen zu können. Derartige Daten wären weltweit einmalig und würden es uns gestatten, langfristige Entwicklungsprozesse über Jahre und Jahrzehnte (retrospektiv: über 30 Jahreseit 1984; prospektiv: in den kommenden Jahren), mit kurzfristigen Entwicklungsprozessen in Verbindung zu setzen, die wir im täglichen Leben beobachten. Eine Erwartung hierbei wäre, dass größere Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Lebensalltags einen frühzeitigen Indikator für zukünftig erhöhtes Krankheits- und Mortalitätsrisiko darstellt.

 

Kooperationen

Intensive, jeweils Drittmittel-geförderte Kooperationen bestehen mit Arbeitsgruppen in den USA (Penn State University, State College), Kanada (University of British Columbia, Vancouver) und Australien (Flinders University, Adelaide).

 

Links:

Prof. Dr. Nilam Ram (Penn State University, State College, USA)

Prof. Dr. Christiane Hoppmann (University of British Columbia, Vancouver, Kanada)

Prof. Dr. Mary Luszcz (Flinders University, Adelaide, Australien)

Prof. Dr. Tim Windsor (Flinders University, Adelaide, Australien)

 

 

 

 

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