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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Hochschulambulanz

Was ist Verhaltenstherapie ?

Die Verhaltenstherapie basiert auf der empirischen Psychologie und hat ihre Wurzeln in der Lerntheorie. Psychische Störungen und die damit verbundenen Leid bringenden Erlebens -und Verhaltensweisen werden als gelernt betrachtet. Durch die Methoden der Verhaltenstherapie können die Symptome auch wieder „verlernt“ bzw. bewältigt und damit verringert oder beseitigt werden.

Die therapeutischen Maßnahmen werden aus einer speziellen Diagnostik abgeleitet, welche auf das Verhalten, das Denken und die körperlichen Reaktionen ausgerichtet ist. Hierauf baut die auf die jeweilige Person bezogene, individuellen Problemanalyse. Die Therapie selbst setzt in erster Linie an den aktuellen äußeren und inneren Bedingungen an, die die Störung und die Symptome aufrecht erhalten. Individuelle und lebensgeschichtlichen bedeutsame Hintergründe der Probleme sind dabei gleichsam wichtig, um das Problemangemessen verstehen zu können und den persönlich besten Weg der aktuellen Behandlung zu finden.

Nicht notwendig ist jedoch, die Entstehung des Problems (also die Ursache) in allen Einzelheiten nachvollziehen zu können. Es ist theoretisch gut begründet und wissenschaftlich nachgewiesen, dass psychische Probleme im „Hier und Jetzt“ bewältigt und psychische Erkrankungen auch dann geheilt werden können, wenn die Entstehung nur teilweise bekannt ist.

Im Einzelfall wird daher aus der Analyse der konkreten Bedingungen, unter denen die Symptome auftreten, deren „Funktionalität“ herausgearbeitet. Ausgehend hiervon werden konkrete Ziele auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens und Erlebens abgeleitet und durch therapeutische Anleitungen Schritt für Schritt umgesetzt. Dabei wird sowohl auf die zielgerichtete Veränderung von Handeln und Verhalten (z.B. Verringerung der Vermeidung angstauslösender Situationen) als auch auf die Veränderung gedanklicher und gefühlsmäßiger Prozesse (z.B. das Verändern häufig wiederkehrender negativer Gedanken) geachtet. Ggf. werden auch klare Hilfestellungen zur günstigen Beeinflussung und Training körperlicher Funktionen( beispielsweise das Erlernen von körperlicher Entspannung) gegeben.

Zu den übergeordneten Zielen der Verhaltenstherapie gehört es in jedem Fall, einen höheren Grad an Selbstbestimmung zu erreichen und Fertigkeiten in einer Weise umfassend so zu erlernen, dass auch in Zukunft mit Problemen lösungsorientiert umgegangen werden kann.

Dies wird als allgemeine Förderung der Problemlösefähigkeiten bezeichnet. Zu den Grundprinzipien der Verhaltenstherapie gehört damit insgesamt die Orientierung, die Transparenz der Diagnostik und der therapeutischen Schritte sowie die Hilfe zur Selbsthilfe.