Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

Prüfungsordnung (1996)


- Vorbemerkung -

Der Fakultätsrat der Mathematisch-Naturwissenschafltichen Fakultät II der Humboldt Universität zu Berlin hat aufgrund der §§ 31 und 71 des Gesetzes über die Hochschulen im Land Berlin (Berliner Hochschulgesetz - BerlHG) in der Fassung vom 05. Oktober 1995 (GVBL. S. 727), zuletzt geändert durch das Haushaltsstrukturgesetz vom 15. April 1996 (GVBL. S. 126), am 08. Juli 1996 die folgende Prüfungsordnung für den Diplomstudiengang Psychologie erlassen:


- §1 Zweck der Diplomprüfung -

Die Diplomprüfung bildet den berufsqualifizierenden Abschluß des Studiums der Psychologie. Über die Diplomprüfung weist der Kandidat bzw. die Kandidatin nach, daß sie/er Wissen und Können als Voraussetzung für den Eintritt in die Berufspraxis besitzt, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Teilgebieten der Psychologie überschaut und die wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnisse der Psychologie selbständig und flexibel anwenden kann.


- §2 Diplomgrad -

Auf der Grundlage der bestandenen Diplomprüfung verleiht die Humboldt-Universität den Diplomgrad "Diplom-Psychologin" bzw. "Diplom-Psychologe" (abgekürzt: Dipl.-Psych.)


- §3 Dauer und Gliederung des Studiums -

(1) Die Regelstudienzeit beträgt 9 Semester. In den Studiengang eingeordnet ist eine berufspraktische Tätigkeit von insgesamt 24 Wochen Vollzeitbeschäftigung, deren Dauer auf die Regelstudienzeit nicht angerechnet wird. Innerhalb dieser Regelstudienzeit können auf der Grundlage des Angebotes des Instituts Studium und Prüfungen abgeschlossen werden.

(2) Das Studium gliedert sich in:

1. einen viersemestrigen ersten Studienabschnitt, der mit der Diplom-Vorprüfung abschließt,

2. einen fünfsemestrigen zweiten Studienabschnitt, der mit der Diplomprüfung abschließt.

3. Die berufspraktische Tätigkeit kann auf bis zu drei Teilpraktika zeitlich verteilt durchgeführt werden.

(3) Das Lehrangebot und der Studienplan werden so gestaltet, daß alle geforderten Lehrveranstaltungen innerhalb der Regelstudienzeit besucht werden können. Das Gesamtvolumen dieser Lehrveranstaltungen beträgt 156 Semesterwochenstunden, die sich wie folgt aufteilen:

1. Auf die Lehrveranstaltungen des ersten Studienabschnittes bis zur Diplom-Vorprüfung entfallen 76 Semesterwochenstunden.

2. Auf die Lehrveranstaltungen des zweiten Studienabschnittes entfallen 80 Semester-wochenstunden.

3. DasThema der Diplomarbeit ist spätestens bis zum 8. Semester auszugeben. Auf antrag des Kandidaten kann das Thema auch schon ab Ende des 6. Semesters ausgegeben werden. Die Fachprüfungen der Diplomprüfung sollen im 9. Fachsemester abgeschlossen werden.

4. Die Zuordnung von Lehrveranstaltungen und Semestern sind nur Vorgaben für die Organisation des Studiums. Sie lassen Freiräume bei der Gestaltung des Studiums (siehe auch Studienordnung).


- §4 Aufbau der Prüfungen -

(1) Der Diplomprüfung (§§ 24 ff.) geht die Diplom-Vorprüfung (§§ 19 ff.) voraus.

(2) Die Diplom-Vorprüfung besteht aus Fachprüfungen. Die Diplomprüfung besteht aus Fachprüfungen und der Diplomarbeit.

(3) Die Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung können jeweils auf zwei zeitlich getrennte Prüfungsabschnitte verteilt werden. Unter Einhaltung der §§ 20 und 25 bestimmt der Student, welche Fachprüfungen er im ersten und welche er im zweiten Studienabschnitt ablegt. Eine Verteilung der Fachprüfungen auf mehr als zwei Abschnitte ist ausgeschlossen.


- §5 Leitung und Organisation des Prüfungswesens-

(1) Für die Organisation der Prüfungen und für die weiteren durch die Prüfungsordnung ausgewiesenen Aufgaben wird durch den Fakultätsrat ein Prüfungsausschuß berufen. Er hat 5 Mitglieder.

(2) Mitglieder des Prüfungsausschusses des Instituts für Psychologie sind:

3 Hochschullehrer,

1 mit der Lehre beauftragter wissenschaftlicher Mitarbeiter und

1 Student, der in der Regel das Grundstudium mit der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen hat.

Die Vorschläge dazu werden von den entsprechenden Gruppen unterbreitet. Geleitet wird der Prüfungsausschuß durch einen gewählten Vorsitzenden aus dem Kreis der Hochschullehrer bzw. dessen Stellvertreter.

(3) Die Amtszeit der Mitglieder beträgt in der Regel drei Jahre, die des studentischen Mitglieds ein Jahr. Die Amtszeit kann durch Beschluß des Institutsrates verlängert werden.

(4) Der Prüfungsausschuß ist für alle Fragen im Zusammenhang mit der Prüfungsordnung zuständig, insbesondere für:

- die Organisation der Prüfungen,

- Entscheidungen über die Anrechnung von Studienzeiten sowie Studien- und Prüfungsleistungen,

- die Aufstellung der Prüfer- und Beisitzerlisten,

- Entscheidungen über die Gewährung von angemessenen Prüfungsbedingungen für Studenten, die durch ein ärztliches Zeugnis nachweisen, daß sie wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung oder Behinderung nicht in der Lage sind, eine Prüfung bzw. eine Studienleistung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form zum festgelegten Zeitpunkt abzulegen,

- die Anerkennung von Gründen für die Nichteinhaltung von Prüfungsterminen durch Kandidaten.

(5) Der Prüfungsausschuß kann durch Beschluß Zuständigkeiten auf seinen Vorsitzenden übertragen. Einwände gegen Entscheidungen des Vorsitzenden werden im Ausschuß behandelt. Kann der Ausschuß für dringliche Entscheidungen nicht rechtzeitig einberufen werden, entscheidet der Vorsitzende bzw. dessen Stellvertreter im Namen des Ausschusses.

(6) Der Prüfungsausschuß berichtet regelmäßig über die Entwicklung der Prüfungen und Studienzeiten, gibt Anregungen zur Reform der Studien- und Prüfungsordnung und legt die Verteilung der Fachnoten und der Gesamtnoten offen.

(7) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, Prüfungen beizuwohnen und sich umfassend über die Einhaltung der Prüfungsordnung zu informieren. Sie gelten nicht als Öffentlichkeit.

(8) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses, die Prüfer und die Beisitzer unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Sofern sie nicht im öffentlichen Dienst stehen, sind sie durch den Vorsitzenden zur Verschwiegenheit zu verpflichten.


- §6 Prüfer und Beisitzer-

(1) Für die Abnahme von Fachprüfungen in den Lehrgebieten der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung werden Professoren und habilitierte Mitarbeiter zu Prüfern bestellt. In Ausnahmefällen dürfen nichthabilitierte Mitarbeiter und Lehrbeauftragte zu Prüfern nur bestellt werden, soweit sie zu selbständiger Lehre berechtigt sind und wenn Professoren oder habilitierte Mitarbeiter nicht zur Verfügung stehen.

(2) Verhandlungen über Prüfungen unterliegen für alle Beteiligten der dienstlichen Schweigepflicht. Das gilt auch für alle Prüfungsthemen und -aufgaben von ihrer Erarbeitung bis zur offiziellen Bekanntgabe.

(3) Sind mehrere Prüfungsberechtigte für ein Prüfungsfach vorhanden, hat der Kandidat das Recht, unter diesen einen für die mündliche Prüfung vorzuschlagen. Aus Gründen übermäßiger Belastung eines Prüfers kann die Entscheidung des Prüfungsausschusses von dem Vorschlag des Kandidaten abweichen.

(4) Jede mündliche Prüfung ist in Gegenwart eines vom Prüfungsausschuß bestellten Beisitzers durchzuführen. Beisitzer müssen sachverständig für das Prüfungsfach sein und eine abgeschlossene Hochschulbildung besitzen. Sie beraten den Prüfer, haben aber keine Entscheidungsbefugnis. Der Beisitzer führt das Protokoll.


- §7 Allgemeine Zulassungsvoraussetzungen und -verfahren -

(1) Zur Diplom-Vorprüfung und Diplomprüfung kann nur zugelassen werden, wer:

1. die allgemeine Hochschulreife oder eine durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen amtlichen Stelle anerkannte Zulassungsberechtigung besitzt,

2. die fachlichen Zulassungsvoraussetzungen (§§ 20 bzw. 25) erfüllt hat,

3. mindestens das letzte Semester vor der Prüfung, zu der er Zulassung begehrt, an der Humboldt-Universität zu Berlin im Studiengang Psychologie eingeschrieben war.

Die Zulassung ist zu versagen, wenn die Kandidatin/der Kandidat die Diplom-Vorprüfung oder Diplomprüfung in Psychologie endgültig nicht bestanden hat.

(2) Der Antrag auf Zulassung ist schriftlich zu stellen. Er umfaßt:

1. die Nachweise der in Absatz 1, Ziffer 1-2 genannten Zulassungsvoraussetzungen,

2. das Studienbuch oder die an seine Stelle tretenden Unterlagen,

3. eine Erklärung darüber, ob die Kandidatin/der Kandidat bereits eine Diplom-Vorprüfung oder Diplomprüfung in Psychologie nicht bestanden hat oder sich in einem schwebenden Prüfungsverfahren befindet,

4. eine Aufzählung der für den jeweiligen Prüfungsabschnitt gewählten Fachprüfungen.

(3) Der Prüfungsausschuß kann auf Antrag beschließen, daß geforderte Leistungsnachweise (entspr. (1) und (2)) auf andere als die vorgeschriebene Weise erbracht werden.

(4) Über die Zulassung entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.

(5) Eine Ablehnung der Zulassung kann nur erfolgen, wenn Voraussetzungen nach Abs. 1 oder 2 nicht gegeben sind.


- §8 Anrechnung von Prüfungs- und Studienleistungen -

(1) Die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen bedarf des schriftlichen Antrags des Kandidaten an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.

(2) Studienzeiten im Diplomstudium für Psychologen an wissenschaftlichen Hochschulen im Geltungsbereich des Grundgesetzes, dort erzielte Prüfungsresultate und gleichwertige Studienleistungen werden angerechnet, soweit ein gleichwertiges Studium nachgewiesen wird.

(3) Studienleistungen und Prüfungsresultate in anderen Studiengängen oder an anderen Hochschulen werden angerechnet, soweit deren Gleichwertigkeit gegeben ist. Für die Gleichwertigkeit von Studienzeiten und Studienleistungen an ausländischen Hochschulen sind die von der Kultusministerkonferenz und der Rektorenkonferenz gebilligten Äquivalenzvereinbarungen maßgebend.

(4) Die Anrechnung von Prüfungsresultaten als Äquivalente für die Diplom-Vorprüfung kann mit Ausgleichsforderungen verknüpft werden. Über die Erfüllung solcher Ausgleichsforderungen wird vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses eine Bescheinigung ausgestellt.

(5) Entscheidungen über die Gleichwertigkeit von Prüfungsresultaten können unter Einbeziehung der Prüfer, die für die betreffenden Fachprüfungen zuständig sind, erfolgen.

(6) Für Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungsleistungen in staatlich anerkannten Fernstudiengängen gelten die Absätze (1) - (5) entsprechend.

(7) Einschlägige berufspraktische Tätigkeiten können anerkannt werden.


- §9 Prüfungsformen -

(1) Die Prüfungsleistungen sind die "Mündlichen Prüfungen" (§ 10), die "Schriftlichen Prüfungen" (§11) sowie die Diplomarbeit (§ 12).

(2) Macht ein Kandidat durch ärztliches Zeugnis glaubhaft, daß er körperlich oder psychisch nicht in der Lage ist, eine Prüfungsleistung ganz oder teilweise in der vorgegebenen Form abzulegen, so kann der Prüfungsausschuß über andere Formen entscheiden.

(3) In besonders begründeten Einzelfällen kann der Prüfungsausschuß auf Antrag des Prüfers den Ersatz einer mündlichen durch eine schriftliche Prüfung und umgekehrt zulassen. Der Kandidat ist darüber rechtzeitig zu informieren. Will der Kandidat in der ursprünglich vorgesehenen Form geprüft werden, so ist seinem Antrag zu entsprechen.


- §10 Mündliche Prüfung -

(1) In einer mündlichen Prüfung soll der Kandidat nachweisen, daß er Zusammenhänge des jeweiligen Prüfungsfaches erkennt und spezifische Fragestellungen einzuordnen vermag.

(2) Mündliche Prüfungen erfolgen in der Regel als Einzelprüfungen mit einer Dauer von 30 Minuten. Sie können aber auch als Gruppenprüfung mit 2 Kandidaten und einer Dauer von 60 Minuten durchgeführt werden. Jedes Prüfungsfach wird grundsätzlich nur von einem Prüfer in Gegenwart eines Beisitzers geprüft.

(3) Gegenstände und Ergebnisse der mündlichen Prüfung sind in einem Prüfungsprotokoll festzuhalten, das von dem beteiligten Prüfer und dem Beisitzer zu unterzeichnen und den Prüfungsakten beizulegen ist. Das Ergebnis ist dem Kandidaten im Anschluß an die Prüfung mitzuteilen.

(4) Studenten, die sich der gleichen Prüfung unterziehen wollen, sollten nach Maßgabe der räumlichen Verhältnisse als Öffentlichkeit zugelassen werden, es sei denn, der Kandidat bzw. die Kandidatin widerspricht. Diese Zulassung bezieht sich nicht auf die Bewertung und Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses sowie nicht auf Fachprüfungen, die er selbst in dem entsprechenden Prüfungsabschnitt ablegt.


- §11 Schriftliche Prüfung (Klausur) -

(1) Schriftliche Prüfungen sind Fragen- oder Fallklausuren.

(2) In Fragenklausuren soll der Kandidat über die Beantwortung von Fragen oder Bearbeitung von Aufgaben Kenntnisse und fachspezifische Fertigkeiten nachweisen.

(3) Über eine Fallklausur soll der Kandidat nachweisen, daß er in einer begrenzten Zeit ein Problem einordnen und Wege seiner Lösung finden kann.

(4) Die schriftliche Prüfung (Klausur) wird unter Aufsicht in begrenzter Zeit mit vom Prüfer zugelassenen Hilfsmitteln durchgeführt. Die Dauer der schriftlichen Prüfung (sie beträgt mindestens 2, höchstens 4 Stunden) wird vom Prüfungsausschuß festgelegt. Die Leistung der schriftlichen Prüfung ist in der Regel von mindestens 2 Prüfern zu bewerten. In Ausnahmefällen kann der Prüfer fachlich kompetente Mitarbeiter mit der Vorkorrektur beauftragen. Die Note ergibt sich als arithmetisches Mittel der Einzelbewertung nach Maßgabe des § 14, Abs. 3. Das Bewertungsverfahren soll 4 Wochen nicht überschreiten.


- §12 Diplomarbeit -

(1) Die Kandidatin/der Kandidat soll durch eine schriftliche Prüfungsarbeit (einschl. der Thesen) nachweisen, daß sie/er eine ausgewählte Thematik selbständig und erfolgreich in einer begrenzten Zeit bearbeiten und wissenschaftlich begründet zur Lösung theoretischer und praktischer Probleme beitragen kann.

(2) Das Thema einer Diplomarbeit kann von jedem Hochschullehrer oder habilitierten Mitarbeiter des Instituts für Psychologie ausgegeben, betreut und bewertet werden. Die Kandidatin/der Kandidat hat die Gelegenheit, für das Thema und den Betreuer Vorschläge zu unterbreiten.

(3) Soll die Diplomarbeit von einem anderen als in Abs. 2 genannten Prüfungsberechtigten betreut werden, insbesondere auch aus Einrichtungen außerhalb der Humboldt-Universität, bedarf es der Zustimmung des Prüfungsausschusses. Eine Betreuung außerhalb der Humboldt-Universität erfordert die zusätzliche Benennung eines Betreuers des Instituts.

(4) Die Diplomarbeit kann vor, zwischen oder nach den beiden Diplomprüfungsabschnitten angefertigt werden. Die Ausgabe des Themas muß spätestens bis zum Ende des 8. Semesters erfolgen. Die Ausgabe einschließlich der Bestätigung des Betreuers erfolgt über den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Voraussetzung ist der Abschluß des Studienprojektes. Der Zeitpunkt der Ausgabe ist aktenkundig zu machen.

(5) Auf Antrag sorgt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dafür, daß ein Kandidat rechtzeitig ein Thema für die Diplomarbeit erhält.

(6) Die Zeit der Bearbeitung der Diplomarbeit (vom Termin der Ausgabe gerechnet) beträgt sechs Monate. Das Thema kann innerhalb der ersten zwei Monate einmal gewechselt werden. Auf begründeten Antrag kann die Bearbeitungszeit des Themas um drei Monate verlängert werden.

(7) Die Diplomarbeit kann als Gruppenarbeit zugelassen werden, wenn der als Prüfungsleistung zu bewertende Beitrag des einzelnen deutlich ausweisbar und damit bewertbar ist.

(8) Die Kandidatin/der Kandidat hat mit der Abgabe der Diplomarbeit schriftlich zu versichern, daß sie/er die Arbeit (oder bei einer Gruppenarbeit die entsprechenden Anteile) selbständig verfaßt und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel und Quellen benutzt hat.

(9) Es sind zwei Exemplare der Diplomarbeit beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses abzugeben. Der Abgabetermin ist aktenkundig zu machen. Die Einhaltung der Bearbeitungsfrist ist mit der Abgabe zu überprüfen. Bei Nichteinhaltung der Bearbeitungsfrist gilt die Diplomarbeit als "nicht ausreichend" bewertet.

(10) Die Diplomarbeit ist von zwei Prüfern zu bewerten. Die Note ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel der Noten der beiden Gutachten. Weichen die beiden Bewertungen um mehr als 2 Noten voneinander ab, so ist ein dritter Gutachter durch den Prüfungsausschuß einzusetzen. Das Bewertungsverfahren soll 4 Wochen nicht überschreiten.


- §13 Prüfungstermine -

(1) Prüfungen werden in der Regel in der Zeit zwischen den Vorlesungszeiten abgelegt. Der Kandidat hat zu beachten, daß er für das Hauptstudium in der Regel nur nach bestandener Diplom-Vorprüfung zugelassen werden kann.

(2) Der Prüfungsausschuß bestimmt den Prüfungszeitraum, in dem Prüfungen abgelegt werden können.

(3) Die Fachprüfungen können auf zwei Prüfungsabschnitte verteilt werden. Soweit dies in den Teilen II und III dieser Prüfungsordnung nicht festgeschrieben ist, erklärt ddie Kandidatin bzw. der Kandidat mit der Anmeldung zu einem Prüfungsabschnitt, welche Prüfungen er in dem betreffenden Abschnitt ablegt. Die Prüfungen können auch vor Ablauf der festgelegten Fristen abgelegt werden, sofern die für die Zulassung zur Prüfung erforderlichen Leistungen nachgewiesen sind.

(4) Jedem Kandidaten sind mindestens zwei freie Tage zwischen zwei Fachprüfungen einzuräumen.


- §14 Bewertung von Prüfungsleistungen -

(1) Jede einzelne Prüfungsleistung ist von dem jeweiligen Prüfungsberechtigten(Prüfer) durch Vergabe einer Note und dem zugeordneten Urteil zu bewerten:

1.0; 1.3 = sehr gut eine hervorragende Leistung

1.7; 2.0; 2.3 = gut eine Leistung, die über den durchschnittlichen

Anforderungen liegt

2.7; 3.0; 3.3 = befriedigend eine Leistung, die durchschnittlichen

Anforderungen entspricht

3.7; 4.0 = ausreichend eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den

Anforderungen entspricht

5 = nicht ausreichend eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel

den Anforderungen nicht mehr genügt.

(2) Das Ergebnis der Prüfung ist dem Kandidaten unverzüglich (bei mündlichen Prüfungen sofort nach Abschluß, bei schriftlichen Prüfungen innerhalb von 4 Wochen) bekanntzugeben.

(3) Gesamtnoten werden aus den arithmetischen Mitteln ihrer Einzelnoten nach folgender Einteilung gebildet:

Note Urteil

1,0 ausgezeichnet

bis 1,5 sehr gut

über 1,5 bis 2,5 gut

über 2,5 bis 3,5 befriedigend

über 3,5 bis 4,0 ausreichend

(4) Bei der Berechnung der Mittelwerte wird nur die erste Stelle hinter dem Komma berücksichtigt. Alle weiteren Stellen werden ohne Rundung gestrichen.


- §15 Prüfungen in Zusatzfächern -

(1) Die Kandidatin/der Kandidat kann sich im Rahmen der Diplom-Vorprüfung bzw. Diplomprüfung außer in den für seinen Studiengang vorgeschriebenen Lehrgebieten noch in weiteren von der Humboldt-Universität angebotenen Lehrgebieten (Prüfungsfächern) prüfen lassen. Den Antrag stellt sie/er beim für das Lehrgebiet zuständigen Prüfungsausschuß bzw. im Bereich Prüfungswesen spätestens 4 Wochen vor Beginn der ausgeschriebenen Prüfung.

(2) Das Ergebnis der Prüfung im Zusatzfach wird dem Kandidaten schriftlich bestätigt und auf seinen Antrag in das Hochschulzeugnis eingetragen. Bei der Berechnung der Gesamtnote werden Ergebnisse von Prüfungen in Zusatzfächern nicht berücksichtigt.


- §16 Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß -

(1) Versäumt eine Kandidatin/ein Kandidat den Prüfungstermin ohne triftigen Grund, tritt er nach erfolgter Meldung bzw. nach Beginn der Prüfung ohne triftigen Grund zurück oder wird die Diplomarbeit nicht fristgemäß abgegeben, so gilt die Prüfung in diesem Fach bzw. das Diplomverfahren als "nicht bestanden" und kann auf Antrag wiederholt werden. Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe sind dem Prüfungsausschuß bzw. Bereich Prüfungswesen unverzüglich (innerhalb von 8 Tagen) anzuzeigen. Der Prüfungsausschuß entscheidet über die Anerkennung der Gründe und setzt gegebenenfalls einen neuen Termin für die Prüfung fest. Bereits vorliegende Prüfungsergebnisse sind in diesem Falle anzurechnen.

(2) Voraussetzung für die Anerkennung einer Krankheit als triftiger Grund ist die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung innerhalb von 8 Tagen nach Prüfungstermin. Eine Verlängerung dieser Frist kann durch den Prüfungsausschuß gewährt werden, wenn die rechtzeitige Abgabe der ärztlichen Bescheinigung nachweislich unmöglich war.

(3) Versucht eine Kandidatin/ein Kandidat, das Ergebnis seiner eigenen Prüfungsleistung oder das eines anderen Kandidaten schuldhaft durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder stört er den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung, so kann sie/er vom jeweiligen Prüfer oder Aufsichtsführenden von der Fortsetzung der Prüfung mit der Folge ausgeschlossen werden, daß diese Prüfung als "nicht ausreichend" gilt.


- § 17 Bestehen, Nichtbestehen und Bescheinigung von Prüfungsleistungen -

(1) Fachprüfungen und die Diplomarbeit sind bestanden, wenn sie mindestens mit "ausreichend" bewertet wurden. Wird eine schriftliche Fachprüfung mit "nicht ausreichend" bewertet, soll der Kandidatin/dem Kandidaten Gelegenheit zu einer mündlichen Prüfung gegeben werden.

(2) Hat die Kandidatin/der Kandidat einzelne Fachprüfungen oder die Diplomarbeit nicht bestanden oder gelten sie als nicht bestanden, so erteilt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hierüber einen schriftlichen Bescheid mit einer Rechtsmittelbelehrung.

(3) Hat die Kandidatin/der Kandidat die Diplom-Vorprüfung oder die Diplomprüfung endgültig nicht bestanden oder gelten sie als endgültig nicht bestanden, wird ihr/ihm auf Antrag und gegen Vorlage der entsprechenden Nachweise eine schriftliche Bescheinigung ausgestellt, welche die erbrachten Prüfungsleistungen und deren Noten enthält und erkennen läßt, auf Grund welcher noch fehlenden Prüfungsleistungen die Prüfung nicht bestanden ist.


- § 18 Wiederholung -

(1) Die Diplom-Vorprüfung kann in den Fachprüfungen, in denen sie nicht bestanden wurde oder als nicht bestanden gilt, zweimal wiederholt werden. Die Wiederholung einer bestandenen Fachprüfung ist nicht zulässig. Die Diplom-Vorprüfung ist spätestens nach Ablauf von sechs Semestern des Grundstudiums in allen Teilen erfolgreich abzuschließen. Im anderen Falle ist die Studierende/der Studierende verpflichtet, an einer Prüfungsberatung für die Diplom-Vorprüfung teilzunehmen. Diese Beratung wird von prüfungsberechtigten Hochschulangehörigen durchgeführt. Die getroffenen Festlegungen werden dem zuständigen Prüfungsausschuß mitgeteilt. Ist die Studierende/der Studierende dieser Verpflichtung bis zum Ende des sechsten Semesters des Grundstudiums nicht nachgekommen, so wird sie/er gemäß §15 Satz 3 Nr. 1 BerlHG exmatrikuliert. Werden die für den erfolgreichen Abschluß der Diplom-Vorprüfung erforderlichen Leistungen nicht spätestens bis zum Ablauf von zwei weiteren Semesten nachgewiesen, so ist der Student/die Studentin verpflichtet, erneut an einer besonderen Prüfungsberatung teilzunehmen. Ist er/sie dieser Verpflichtung bis zum Ende des achten Semesters im Grundstudium nicht nachgekommen, so ist er/sie gemäß § 15 Satz 3 Nr. 1 BerlHG zu exmatrikulieren.

(2) Die Diplomprüfung darf in den Fachprüfungen, in denen sie nicht bestanden wurde oder als nicht bestanden gilt, grundsätzlich nur einmal wiederholt werden. Über begründete Ausnahmen entscheidet der zuständige Prüfungsausschuß auf schriftlichen Antrag der Kandidatin/des Kandidaten. Die Wiederholung einer bestandenen Teilprüfung ist außer im Freiversuch nicht zulässig. Die Fachprüfung der Diplomprüfung ist spätestens nach Ablauf des siebenten Semesters des Hauptstudiums in allen Teilen erfolgreich abzuschließen. Hat sich der Student/die Studentin nicht spätestens nach Ablauf von zwei Semestern nach Ende des für das Hauptstudium festgelegten Teils der Regelstudienzeit zur Diplomprüfung gemeldet, so ist er/sie verpflichtet, an einer besonderen Prüfungsberatung für die Diplomprüfung teilzunehmen; sie wird von prüfungsberechtigten Hochschulangehörigen durchgeführt. Ist der Student/die Studentin dieser Verpflichtung bis zum Ende des Semesters gemäß Satz 4 nicht nachgekommen, so ist er/sie gemäß § 15 Satz 3 Nr. 1 BerlHG zu exmatrikulieren.

(3) Erstmals nicht bestandene Fachprüfungen der Diplomprüfung gelten als nicht unternommen, wenn sie innerhalb der Regelstudienzeit abgelegt werden (Freiversuch). Diese Regelung findet nur dann Anwendung, wenn sämtliche Prüfungsleistungen der Diplomprüfung innerhalb der Regelstudienzeit erbracht werden. Im Rahmen des Freiversuchs bestandene Fachprüfungen können zur Notenverbesserung innerhalb des nächsten Prüfungszeitraumes einmal wiederholt werden. Dabei zählt das jeweils bessere Ergebnis.

(4) Die Diplomarbeit kann bei einer Beurteilung "nicht ausreichend" einmal wiederholt werden. Eine zweite Wiederholung der Diplomarbeit ist ausgeschlossen.

(5) Eine Wiederholungsprüfung in einem Fach ist im Regelfall frühestens nach vier Wochen und spätestens im Rahmen der Prüfungstermine des jeweils folgenden Semesters abzulegen. Der Prüfungsanspruch erlischt bei Versäumnis der Wiederholungsfrist, es sei denn, die Kandidatin/der Kandidat hat das Versäumnis nicht zu vertreten. Auf Antrag können andere Fristen festgelegt werden.

(6) Ist die 2. Wiederholung einer Fachprüfung nicht bestanden, so gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden.

(7) An einer anderen wissenschaftlichen Hochschule realisierte Versuche, eine Fachprüfung abzulegen, werden auf Wiederholungsmöglichkeiten angerechnet.


- §19 Zweck und Durchführung -

(1) Durch die Diplom-Vorprüfung soll die Kandidatin/der Kandidat nachweisen, daß sie/er das Ziel des ersten Studienabschnittes erreicht hat und daß sie/er sich insbesondere die inhaltlichen Grundlagen der Psychologie, das methodische Instrumentarium und die systematische Orientierung erworben hat, die erforderlich sind, um das Studium erfolgreich fortzusetzen.

(2) Die Prüfungen sind so zu organisieren, daß die Diplom-Vorprüfung bis zum Beginn des fünften Studiensemesters abgeschlossen sein kann. Die Fachprüfungen können auf zwei Prüfungsabschnitte verteilt werden, von denen der erste frühestens am Ende des 2. Studiensemesters liegt.


- §20 Zulassungsvoraussetzungen für die Diplom-Vorprüfung -

(1) Zur Diplom-Vorprüfung kann nur zugelassen werden, wer Leistungsnachweise erbracht hat über die erfolgreiche Absolvierung:

a) des experimentellen Praktikums

b) des Beobachtungspraktikums

c) eines empirischen Projekts

d) von zwei Übungen und einer Klausur im Fach Methodenlehre

e) von Lehrveranstaltungen in vier der folgenden Fächer

Allgemeine Psychologie I

Allgemeine Psychologie II

Biologische Psychologie

Entwicklungspsychologie

Persönlichkeitspsychologie und Differentielle Psychologie

Sozialpsychologie

f) Teilnahme an empirischen Untersuchungen am Institut als Versuchsperson oder Versuchsleiter im Umfang von 20 Stunden. Eine Versuchsleitertätigkeit im Rahmen des empirischen Projekts zählt dafür nicht.

(2) Die Zulassungsvoraussetzungen gem. Abs. 1 müssen spätestens am Ende des ersten Studienabschnittes vorliegen, bzgl. 1d) bei der Anmeldung zur Prüfung in Methodenlehre. Werden die Fachprüfungen in zwei Prüfungsabschnitten abgelegt, so sind die Zulassungsvoraussetzungen spätestens bei der Anmeldung zum zweiten Prüfungsabschnitt nachzuweisen.


- §21 Zulassung -

(1) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses entscheidet über die Zulassung.

(2) Eine Ablehnung der Zulassung kann nur erfolgen, wenn:

1. die Voraussetzungen nach § 20 nicht gegeben sind,

2. der Kandidat die Diplom-Vorprüfung an einer wissenschaftlichen Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes endgültig nicht bestanden hat.

(3) Eine Ablehnung der Zulassung ist dem Kandidaten schriftlich mit einer Begründung mitzuteilen.


- §22 Umfang und Art der Diplom-Vorprüfung -

(1) Die Diplom-Vorprüfung besteht aus Fachprüfungen in den folgenden Fächern:

1. Allgemeine Psychologie I

2. Allgemeine Psychologie II

3. Biologische Psychologie

4. Entwicklungspsychologie

5. Methodenlehre

6. Persönlichkeitspsychologie und Differentielle Psychologie

7. Sozialpsychologie

(2) Die Prüfungen werden als mündliche Prüfungen oder Klausuren durchgeführt. Die Dauer beträgt für mündliche Prüfungen 30 Minuten, für Klausuren 120 Minuten. Verbindliche Festlegungen zur Form werden am Beginn eines Semesters für den kommenden Prüfungsabschnitt durch den Prüfungsausschuß festgelegt.


- §23 Prüfungsbewertung und Zeugnis -

(1) Die Diplom-Vorprüfung ist bestanden, wenn jede Fachprüfung mit mindestens "ausreichend" benotet wurde.

(2) Die Gesamtnote der Diplom-Vorprüfung ergibt sich als arithmetisches Mittel der Einzelprüfungen entsprechend dem § 14 der Prüfungsordnung.

(3) Über die bestandene Diplom-Vorprüfung ist innerhalb von 4 Wochen ein Zeugnis auszustellen. Es enthält die in den Fachprüfungen erzielten Noten und die Gesamtnote. Das Zeugnis ist vom Dekan und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.


- §24 Zweck und Durchführung der Diplomprüfung -

(1) Durch die Diplomprüfung soll festgestellt werden, ob die Kandidatin/der Kandidat über die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten so verfügt, daß sie/er zu praktischer und wissenschaftlicher Arbeit und zu verantwortlichem Handeln in einer sich kontinuierlich verändernden Berufswelt befähigt ist.

(2) Die Prüfungen sind so zu organisieren, daß die Diplomprüfung bis zum Ende des neunten Semesters abgeschlossen sein kann. Ihre Fachprüfungen können auf zwei Prüfungsabschnitte verteilt werden.


- §25 Fachliche Zulassungsvoraussetzungen für die Diplomprüfung -

(1) Zur Diplomprüfung kann nur zugelassen werden, wer Nachweise erbringt über:

1. die bestandene Diplom-Vorprüfung in Psychologie an einer wissenschaftlichen Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes oder eine nach § 8 als gleichwertig anerkannte Prüfung,

2. die abgeleistete berufspraktische Tätigkeit im Umfang von 24 Wochen Vollzeitbeschäftigung, einschließlich eines dazugehörigen Berichtes,

3. wer erbracht hat

a) je einen Leistungsnachweis zu den drei Anwendungsfächern

- Klinische Psychologie

- Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie

- Pädagogische Psychologie

b) zwei Leistungsnachweise zum Fach Diagnostik und Intervention

c) einen Leistungsnachweis zum Fach Forschungsmethoden und Evaluation

d) den Nachweis über ein Studienprojekt

e) den Nachweis über zwei Gutachten im Rahmen der praxisorientierten Lehre

f) einen Leistungsnachweis zur forschungsorientierten Vertiefung

4. wer erklärt hat,

a) ob Klinische Psychologie und Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie beide als Schwerpunktfach oder eines dieser beiden Fächer als Basisfach gewählt wurde(n), und in letzterem Falle, welches Optionsfach zusätzlich gewählt wurde (zweite forschungsorientierte Vertiefung oder ein zweites nichtpsychologisches Fach),

b) welche forschungsorientierte Vertiefung und

c) welches nichtpsychologische Wahlpflichtfach gewählt wurde.

(2) Die Wahlfächer werden durch den Prüfungsausschuß festgelegt. Sie sind mindestens vier Semester vor dem letzten Prüfungsabschnitt der Kandidatin/des Kandidaten einschließlich der Prüfer bekanntzugeben. Auf Antrag der Kandidatin/des Kandidaten kann der Prüfungsausschuß andere als die bekanntgegebenen Wahlfächer genehmigen, soweit die Bereitschaft eines Prüfers vorliegt und das Lehrangebot den Anforderungen eines Wahlfaches gerecht wird.

(3) Der Antrag auf Zulassung zu den Fachprüfungen ist schriftlich zu stellen.


- §26 Umfang und Art der Diplomprüfung -

(1) Die Diplomprüfung besteht aus

1. der Diplomarbeit,

2. den Fachprüfungen.

(2) Die Fachprüfungen beziehen sich auf folgende Fächer:

1. Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie

2. Diagnostik und Intervention

3. Forschungsmethodik und Evaluation

4. Klinische Psychologie

5. Pädagogische Psychologie

6. eine forschungsorientierte Vertiefung (Wahlpflichtfach) aus dem Angebot des Instituts

7. ein nichtpsychologisches Wahlpflichtfach aus dem verfügbaren Angebot

8. ggf. ein Optionsfach (zweite forschungsorientierte Vertiefung oder zweites nichtpsychologisches Fach).

(3) Die Fachprüfungen werden in der Regel als mündliche Prüfungen abgenommen. Die Dauer einer Prüfung beträgt 30 Minuten. Verbindliche Festlegungen zur Form der Prüfungen werden am Beginn eines Semesters für den kommenden Prüfungsabschnitt festgelegt.


- §27 Bestehen der Diplomprüfung, Bildung der Noten und Zeugnis -

(1) Die Diplomprüfung ist bestanden, wenn alle Fachprüfungen und die Diplomarbeit mit mindestens "ausreichend" bewertet wurden.

(2) Aus den Noten der Fachprüfungen und der Note der Diplomarbeit wird eine Gesamtnote für die Diplomprüfung gebildet. Die Note für die Diplomarbeit geht in die Bildung des arithmetischen Mittels mit doppeltem Gewicht ein.

(3) Über die bestandene Diplomprüfung wird ein Zeugnis ausgestellt. Das Zeugnis enthält die Noten der Fachprüfungen, das Thema, die Note der Diplomarbeit sowie die Gesamtnote. Auf Antrag werden auf dem Zeugnis die Noten von Prüfungen in Zusatzfächern vermerkt. Das Zeugnis trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist.


- §28 Diplomurkunde -

(1) Mit dem Zeugnis wird der Kandidatin/dem Kandidaten eine Urkunde über die Verleihung des akademischen Grades "Diplom-Psychologin" bzw. "Diplom-Psychologe" ausgestellt. Sie wird vom Präsident der Humboldt-Universität oder einem Stellvertreter und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet. Die Urkunde ist mit dem Siegel der Humboldt-Universität zu versehen.

(2) Mit der Aushändigung der Urkunde ist die Berechtigung zur Führung des akademischen Grades "Diplom-Psychologin" bzw. "Diplom-Psychologe" (Abk.: Dipl.-Psych.) gegeben.


- §29 Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung -

(1) Hat die Kandidatin/der Kandidat bei einer Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so kann der Prüfungsausschuß im Benehmen mit dem Institutsrat nachträglich die Prüfung ganz oder teilweise für nicht bestanden erklären.

(2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Prüfung nicht erfüllt, ohne daß der Kandidat täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung ausgeglichen. Hat die Kandidatin/der Kandidat die Zulassung zur Prüfung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, so entscheidet der Prüfungsausschuß im Benehmen mit dem Institutsrat über die Rücknahme des Zeugnisses. Vor der Entscheidung ist der Kandidatin/dem Kandidaten Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

(3) Das unrichtige Zeugnis ist einzuziehen und gegebenenfalls ein neues auszustellen. Mit dem unrichtigen Zeugnis ist auch die Diplomurkunde einzuziehen, wenn die Prüfung aufgrund einer Täuschung für "nicht bestanden" erklärt wurde. Eine Entscheidung nach Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 ist nach einer Frist von fünf Jahren ab dem Datum des Prüfungszeugnisses ausgeschlossen.


- §30 Einsicht in die Prüfungsakten -

(1) Nach Abschluß des Prüfungsverfahrens in einem Prüfungsfach wird der Kandidatin/dem Kandidaten auf Antrag Einsicht in seine schriftlichen Prüfungsarbeiten, die darauf bezogenen Gutachten der Prüfer und in die Prüfungsprotokolle gewährt. Der Antrag ist an den Prüfungsausschuß zu richten.

(2) Ort und Zeit der Einsichtnahme werden durch den Prüfungsausschuß bestimmt, der auch den Prüfungsberechtigten informiert.


- §31 Übergangsregelungen -

(1) Studierende, die sich für den Diplomstudiengang Psychologie vor dem Inkrafttreten dieser Prüfungsordnung an der Humboldt-Universität zu Berlin immatrikuliert haben, können ihre Prüfung nach der bisher gültigen Prüfungsordnung von 1994 (Amtliches Mitteilungsblatt Nr. 9/1994) ablegen. Die Wahl ist spätestens mit der Anmeldung zur Prüfung zu treffen, aktenkundig zu machen und nicht revidierbar.
Sie können ihre Prüfungen auch nach dieser Ordnung ablegen. Die Wahl ist spätestens mit der Anmeldung zur Prüfung zu treffen.

(2) Studierende, die nach Inkrafttreten dieser Ordnung ihr Studium aufgenommen haben, legen ihre Prüfungen nach dieser Prüfungsordnung ab.


- §32 Inkrafttreten -

(1) Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtlichen Mitteilungsblatt der Humboldt Universität zu Berlin in Kraft.

(2) Die bisher gültige Prüfungsordnung von 1994 (Amtliches Mitteilungsblatt der Humboldt-Universität zu Berlin Nr. 9/1994) tritt mit dem Ende des Wintersemesters 2001/2002 außer Kraft.