Kognitive Psychologie
Gegenstand der Kognitiven Psychologie
Anfang der 60er Jahre entwickelte sich innerhalb der traditionellen
Forschungsgebiete der Allgemeinen Psychologie ein neuer Ansatz zur
Analyse und Erklärung der untersuchten psychischen Phänomene. Im
Mittelpunkt dieses Ansatzes steht die Interaktion des Menschen mit
seiner Umwelt. Diese Wechselwirkung ist sowohl Ergebnis als auch
Ausdruck des beständigen Informationsaustausches zwischen Organismus
und Umwelt. Gegenstand der Kognitiven Psychologie sind folglich jene
psychischen Strukturen und Prozesse, die zwischen der Aufnahme von
Information und dem Verhalten vermitteln. Diese psychischen Prozesse
werden als Prozesse der Aufnahme, der Verarbeitung einschließlich der
Bewertung, der Speicherung und der Produktion von Information
gekennzeichnet.
Untersuchungen im Rahmen der Kognitiven Psychologie zielen darauf, die den Informationsaustausch tragenden funktionalen Systeme und Strukturen, ihre Arbeitsmechanismen und Interaktionen zu analysieren. Unter Einbeziehung von Lösungsansätzen und Ergebnissen der Informatik/Künstlichen Intelligenz sowie der Neurowissenschaften (Neuropsychologie, Neuroanatomie, Neurobiologie, Neurophysiologie) wird an einer zunehmend integrativen Theoriebildung der Funktionsweise des menschlichen Geistes gearbeitet. Dabei werden auch interindividuelle Unterschiede in die Betrachtung einbezogen (wie z.B. Hochbegabung, Klinische Störungsbilder und Alterseffekte).
