Forschung
Forschungsgebiete
Die Forschungsgebiete des Lehrstuhls umfassen Persönlichkeit, Leistungsmotivation, Faking, Intelligenz sowie das Arbeitsgedächtnis. Dabei interessieren sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktischen Anwendungen. Bei den theoretischen Grundlagen gilt besonderes Interesse der Struktur der Persönlichkeit oberhalb der Big 5. Zudem wird das Zusammenspiel von Persönlichkeitseigenschaften und Intelligenzfacetten bei der Vorhersage von Lernen und Leistung erforscht.
Bei der praktischen Anwendung liegt der Schwerpunkt auf der prognostischen Validität und den Auswirkungen von Faking.
Persönlichkeit
Nicht kognitive Maße gewinnen zunehmend an Bedeutung. Im Bereich der Persönlichkeitsforschung sind in den letzten Jahren, trotz vieler Kontroversen, besonders die Big 5 auf breites Interesse gestoßen. Dabei wurde die Konstrukt- und die Kriteriumsvalidität der Big 5 in vielen Studien nachgewiesen. Fraglich bleibt jedoch die Struktur der Persönlichkeit oberhalb der Big 5. Gibt es hier ein oder zwei Metatraits oder sind dies schlicht Ergebnisse des Einflusses situativer Varianz? Dieser Einfluss wird hier im Rahmen diverser Forschungsprojekte untersucht.
Leistungsmotivation
Einige Studien, vor allem Langzeitstudien, haben zeigen können, dass neben Intelligenz und Persönlichkeit auch Unterschiede in der Leistungsmotivation hilfreich sind bei der Erklärung von Leistungsunterschieden. Allerdings existieren zur Messung von Motiven die unterschiedlichsten Messverfahren. Es werden objektive, subjektive, projektive und semi - projektive Verfahren unterschieden. In einer Reihe von Studien werden in unserer Arbeitsgruppe die Gemeinsamkeiten der Verfahren, ihre prädiktive Validität und ihre Anfälligkeit für Verfälschung untersucht.
Faking
Wie bereits beschrieben, wirkt sich der Einfluss der Situation deutlich auf die Konstrukt- und die Kriteriumsvalidität nicht kognitiver Maße aus. Im weiteren Sinne kann man Faking auch als situativen Einfluss verstehen. Die genauen Auswirkungen werden mittels Latent State Trait Designs, Individuellen Kausalen Effekt Designs und Mixed Rasch Modellen untersucht. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Faking die Korrelationen zwischen Persönlichkeitsmaßen verstärkt. Kontrolliert man diesen Einfluss, sinken die Korrelationen fast auf Null. Weiterhin konnten wir zeigen, dass die individuellen Unterschiede, die auf Faking zurückzuführen sind kaum prädiktiv valide sind. Außerdem zeigen die Ergebnisse der Mixed Rasch Modelle und auch qualitativer Analysen, dass es unterschiedliche Fakingstrategien gibt. Basierend auf den Ergebnissen wurde ein Modell entwickelt.
Intelligenz und Arbeitsgedächtnis
General Mental Ability hat sich in vielen Studien als der bedeutendste Prädiktor für Berufs- und Ausbildungserfolg erwiesen. Daneben existieren eine Reihe anderer kognitiver Konstrukte, zu denen auch das Arbeitsgedächtnis zählt. Unsere Arbeitsgruppe untersucht das Zusammenspiel von Intelligenz, Arbeitsgedächtnis und mental Speed. Diese Grundlagenarbeit dient nicht nur zum besseren Verständnis menschlicher kognitiver Leistung, sondern soll auch die Vorhersage menschlichen Verhaltens verbessern.