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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissen­schaftliche Fakultät - Hochschulambulanz

Was ist Angst?

Angst ist normal, wenn sie den Körper in einer wirklich bedrohlichen Situation in Alarmbereitschaft versetzt, um ihn auf „Flucht“ oder „Verteidigung“ vorzubereiten. Von einer Angststörung spricht man, wenn der Körper in Situationen, in denen keine reale Bedrohung vorliegt (z.B. im Bus, im Supermarkt) immer wieder heftige Angst erlebt. Eine Angststörung führt bei den meisten Menschen zu einem Verlust der Lebensqualität und insgesamt großen Einschränkungen im Alltag.

Was ist eine Panikattacke/Panikstörung?

Unter einer Panikattacke versteht man eine plötzlich auftretende große Angst mit starken körperlichen Symptomen (Herzrasen, Atembeschwerden, Schwitzen, Schwindel) ohne ersichtlichen Grund. Wiederholt und unerwartet auftretende Panikattacken nennt man Panikstörung.

Was ist eine Agoraphobie?

Unter Agoraphobie versteht man eine starke Angst vor Orten und Situationen, in denen Flucht schwer möglich oder keine Hilfe vorhanden ist, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kaufhäusern, im Kino oder weit weg von zu hause.

Wie entsteht eine Panikattacke?
Der Teufelskreis der Panik:

Angst ist ein Aufschaukelungsprozess. Am Anfang kann z.B. die bloße Wahrnehmung des eigenen Herzschlags stehen – vielleicht, weil man gerade schnell die Treppe hoch gelaufen ist oder zu viel Kaffee getrunken hat. Diese Wahrnehmung kann dann als Zeichen dafür gesehen werden, dass mit dem Herzen „etwas nicht stimmt“. Der Gedanke lautet in dem Fall „Gefahr“. Diese Fehlinterpretation löst automatisch Angst aus, da der Körper jetzt reagieren muss. Angst (egal, ob auf Grund realer Bedrohung oder „nur“ durch Fehlinterpretation) führt immer zu physiologischen Veränderungen. So schüttet der Körper z.B. Stresshormone aus. Dies wiederum führt zu körperlichen Empfindungen wie noch stärkerem Herzklopfen, Schwitzen oder Atemnot. Das wird nun wieder wahrgenommen und man wird bestätigt in der Annahme, dass mit dem Herzen etwas nicht in Ordnung sein kann, was die Angst nur umso mehr ankurbelt.

Wie behandelt man Angst?

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die aber heute sehr gut behandelt werden können. Angsterkrankungen können sowohl medikamentös als auch psychotherapeutisch behandelt werden. In der Behandlung der Panikstörung und der Agoraphobie ist die sogenannte Verhaltenstherapie besonders effektiv.

Was ist Verhaltenstherapie?

In der Verhaltenstherapie werden Verhalten, körperliche Reaktionen und ängstigende Gedanken in Angstsituationen genau beobachtet, um die Angst verstehen und bewältigen zu können. Ziel ist es, die gefürchteten Situationen wieder aufzusuchen und diese auszuhalten. Hierbei macht der Patient die Erfahrung, dass gefürchtete Katastrophen nicht eintreten und die heftigen körperlichen Symptome abklingen. So lernt der Patient in der Therapie seinen eigenen „Teufelskreis“ der Angst zu verstehen und ihn zu durchbrechen. Am Ende der Therapie sollte der Patient wieder in der Lage sein, seinen Alltag allein zu meistern und damit seine Lebensqualität zurück zu erlangen.