Sprechstunde: Do.: 15 -17 Uhr (bitte Meldung per Email)
In der vorlesungsfreien Zeit: nach Vereinbarung
Vita
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Seit 1998 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin; Organisations- und Sozialpsychologie |
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2006 - 2008 |
Mitglied im Institutsrat des Instituts für Psychologie |
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2004 |
Promotion "Folgen von Machtausübung und Einflussnahme für Wissenszuwachs und Effektivität in Kleingruppen" |
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2001 – 2004 |
Praktikumsbeauftragter des Instituts für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin |
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1998 – 2000 |
Mitarbeit an der Längsschnittstudie "Mensch und Mobilität" bei artop e. V. |
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1995 – 1997 |
Wissenschaftliche Hilfskraft an der Philipps-Universität Marburg als Leiter von Statistik-Tutorien |
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1994 – 1995 |
Wissenschaftliche Hilfskraft an der Philipps-Universität Marburg im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie |
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1991 – 1998 |
Studium der Psychologie mit Abschluß Diplom an der Philipps-Universität in Marburg |
Forschungsschwerpunkte
Entscheidungsprozesse in Gruppen [Gruppenforschung]: Die Rolle von Dissens, Sympathie und Meinungsaustausch
Gegensätzliche Meinungen (Dissens) können sich günstig auf Entscheidungsprozesse in Gruppen auswirken (Klocke, 2007; Schulz-Hardt, Brodbeck, Mojzisch, Kerschreiter, & Frey, 2006). Sie stimulieren eine tiefere und ausgewogenere Verarbeitung von Informationen und verbessern daher die Entscheidungsqualität. Mich interessiert besonders, welche Rolle die Sympathie zwischen den Gruppenmitgliedern (ein Aspekt von Kohäsion) bei diesen Effekten spielt. Zudem untersuche ich, was geschieht, wenn die Gruppenmitglieder sich schon zu Beginn der Diskussion über ihre Meinungen zu den Entscheidungsalternativen unterhalten. Dabei befasse ich mich vor allem mit folgenden Fragen:
- Wie wirkt sich Sympathie auf die Wahrnehmung, die Äußerung und die Verarbeitung von Dissens aus? Basierend auf den Annahmen eines Bedürfnisses nach kognitiver Konsistenz und einer begrenzten kognitiven Kapazität erwarte ich eine Reihe interessanter und zum Teil gegensätzlicher Effekte von Sympathie. Einige dieser Effekte konnten in ersten Experimenten bereits belegt werden (Klocke, 2008)
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Verstärkt Sympathie die Effekte anderer Faktoren auf Gruppenentscheidungen? In drei Experimenten konnte ich belegen, dass Sympathie die ungünstigen Effekte eines vorzeitigen Meinungsaustauschs und die günstigen Effekte der Konzentration auf den Informationsaustausch verstärkt (Klocke, 2009). Zukünftige Forschung soll zeigen, ob auch die Effekte anderer Faktoren durch Sympathie verstärkt werden und ob sich diese auch in Feldstudien in Organisationen zeigen.
Literatur:
Klocke, U. (2007). How to improve decision making in small groups: Effects of dissent and training interventions. Small Group Research, 38, 437-468. [Download]
Klocke, U. (2008, July 25th). Dissent in group decision making: Contrary effects of interpersonal liking. Paper presented at the XXIX International Congress of Psychology, Berlin. [Download]
Klocke, U. (2009, May 16th). Group decision making is impaired by opinion exchange when members like each other. Paper presented at the 14th European Congress of Work and Organizational Psychology, Santiago de Compostela, Spain. [Download]
Schulz-Hardt, S., Brodbeck, F. C., Mojzisch, A., Kerschreiter, R., & Frey, D. (2006). Group decision making in hidden profile situations: Dissent as a facilitator for decision quality. Journal of Personality and Social Psychology, 91, 1080-1093.
Auswirkungen von Macht und Einfluss [Macht und Einflussprozesse]
Eine Person kann auf unterschiedliche Weise eine andere Person dazu bringen, ihr Verhalten oder Erleben zu verändern: Sie kann die Interessen der anderen Person ignorieren (Machtausübung) bzw. deren Freiheit einschränken (harte Taktiken). Oder sie kann die Interessen der anderen Person berücksichtigen (Einflussnahme) bzw. deren Freiheit erhalten oder fördern (weiche Taktiken).
Bisher wurden die Effekte der Ausübung von Macht und Einfluss vor allem in Feldstudien untersucht. Machtausübung in Organisationen ging dabei mit geringerer Effektivität und weniger Wissenszuwachs einher als Einflussnahme (Scholl, 1996). Im Rahmen meiner Dissertation (Klocke, 2004) habe ich diese in Korrelationsstudien bzw. quasiexperimentell festgestellten Folgen der Machtausübung in einem Experiment an Kleingruppen untersucht. Die Ausübung von Macht vs. Einfluss wurde per Instruktion und durch externe Anreize manipuliert. Analysiert wurden ihre Folgen für das Erleben der Mitglieder, die Gruppeninteraktion, den Wissenszuwachs sowie die Qualität der Aufgabenlösung. Beispielsweise führte Machtausübung dazu, dass die Ausübenden die Kompetenz und Kooperationsbereitschaft der Betroffenen abwerteten und sich selbst aufwerteten (Klocke, in press). Dies war insbesondere dann der Fall, wenn die Macht auf einer höheren Expertise des Ausübenden basierte, während sich bei der Positionsmacht z.T. umgekehrte Effekte zeigten. Die Effekte lassen sich mit Hilfe der Dissonanztheorie erklären.
Literatur:
Klocke, U. (2004). Folgen von Machtausübung und Einflussnahme für Wissenszuwachs und Effektivität in Kleingruppen. Doktorarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Psychologie. Berlin: Dissertation.de. [Download]
Klocke, U. (in press). 'I am the best': Effects of influence tactics and power bases on powerholders' self evaluation and target evaluation. Group Processes & Intergroup Relations. [Download]
Scholl, W. (1996). Effective teamwork - A theoretical model and a test in the field. In E. Witte & J. Davis (Eds.), Understanding group behavior. Small group processes and interpersonal relations. Vol. 2. (pp. 127-146). Hillsdale, NJ: Erlbaum.
Buschmeier, U. (1995). Macht und Einfluß in Organisationen. Göttingen: Cuvillier.
Das Bedürfnis nach Konsistenz: Messung und Wirkungen auf Erleben und Verhalten
Menschen sind bestrebt, ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen in ein konsistentes, d.h. widerspruchsfreies System zu integrieren. Diese Annahme liegt zahlreichen sozialpsychologischen Theorien zugrunde - den Konsistenztheorien. Allerdings unterscheiden sich Menschen in der Stärke ihres Bedürfnisses nach Konsistenz (PFC = Preference For Consistency, Cialdini, Trost & Newsom, 1995). Demnach zeigen sie auch in unterschiedlichem Ausmaß die Effekte, die durch die Konsistenztheorien vorhergesagt werden.
Meine eigene Forschung befasst sich mit zwei unterschiedlichen Facetten des Bedürfnisses nach Konsistenz (PFC). Ich unterscheide zwischen der Präferenz für Konsistenz zwischen Handlungen und Einstellungen (PfA = Preference for Action-attitude consistency) und der Präferenz für Balance von Triaden aus eigener Person (P), anderer Person (O) und Objekt (X) (PfB = Preference for Balance, Heider, 1958). In zwei Experimenten konnte ich zeigen, dass diese zwei Facetten zum Teil umgekehrte Effekte auf soziale Informationsverarbeitung und soziales Verhalten haben (Klocke, 2009).
Literatur:
Cialdini, R. B., Trost, M. R. & Newsom, J. T. (1995). Preference for consistency: The development of a valid measure and the discovery of surprising behavioral implications. Journal of Personality & Social Psychology, 69, 318-328.
Heider, F. (1958). The psychology of interpersonal relations. Mahwah, NJ US: Lawrence Erlbaum Associates Publishers.
Klocke, U. (2009, June 13th). The inconsistency of the preference for consistency: Different facets have different effects on processing and behavior. Paper presented at the EASP Small Group Meeting on Cognitive Consistency, Kloster Bronnbach, Germany. [Download]
Beurteilung sozialer Gruppen: Ursachen, Folgen und Abbau von Stereotypen und Vorurteilen
Mein Interesse an der Beurteilung sozialer Gruppen konzentriert sich auf zwei Bereiche:
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Was sind Ursachen von Vorurteilen gegenüber sozialen Gruppen und damit einhergehender Diskriminierung? Wie lassen sich Vorurteile und Diskriminierung abbauen? Diese Fragen betrachte ich vor allem am Beispiel von Homophobie, d.h. negativer Einstellungen gegenüber Lesben und Schwulen.
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Welche Folgen haben Stereotype sowie die Bedrohung der eigenen Gruppenidentität für die Beurteilung von Ingroup- und Outgroupmitgliedern? Diese Frage wird anhand der sozialen Gruppen der Frauen und Männer untersucht.
Umwelteinstellungen und -verhalten
Wodurch werden umweltfreundliche Absichten oder Verhaltensweisen beeinflusst? Welche Rolle spielt das allgemeine Umweltbewusstsein bzw. spezifische Einstellungen zu umweltfreundlichem Verhalten? Wie verändern sich Einstellungen zur Umwelt über die Zeit und mit dem Alter?
Diesen Fragen sind wir einerseits in einer Untersuchung zur getrennten Sammlung organischen Hausmülls mit Hilfe einer Biotonne nachgegangen (Klocke & Wagner, 2000). Andererseits haben wir im Rahmen einer fünfjährigen Längsschnittstudie Einstellungen und Verhalten zu Mobilität und Mobilitätsverhalten Jugendlicher und Erwachsener [Mobilitätsforschung] untersucht (Klocke, Gawronsky, & Scholl, 2001; Klocke, 2002). Bei der Suche nach Einflussfaktoren kam zum einen die Theorie geplanten Verhaltens (Ajzen, 1985) zur Anwendung. Zum anderen wurden weitere mögliche Verhaltensprädiktoren, wie z.B. Werte, Fahrzeugpräferenzen, Verantwortungsübernahme und situative Faktoren einbezogen.
Literatur:
Klocke, U. (2002). Bedingungen umweltrelevanter Mobilitätsentscheidungen: Umweltschutz durch staatliche Maßnahmen, bei der individuellen Verkehrsmittelwahl und beim Autokauf. In W. Scholl & H. Sydow (Hrsg.), Mobilität im Jugend- und Erwachsenenalter (S. 424-469). Münster: Waxmann. [Download]
Klocke, U., Gawronski, B., & Scholl, W. (2001). Einstellungen zu Umwelt und Mobilität bei Jugendlichen: Gesellschaftliche Trends, Generationenunterschiede und Alterseffekte. Umweltpsychologie, 5 (2), 10-33. [Download]
Klocke, U. & Wagner, U. (2000). Bedingungen umweltbewussten Verhaltens bei der Anschaffung einer Biotonne. Umweltpsychologie, 4 (2), 68-83. [Download]
Ajzen, I. (1985). From intentions to actions: A theory of planned behavior. In: J. Kuhl & J. Beckman (Hrsg.), Action-control: From cognition to behavior. Heidelberg: Springer, 11-39.
Veröffentlichungen
Präsentationen und unveröffentlichte Manuskripte